Die Fakten

Streicht der Kanton Bern die Mitfinanzierung der Ausbildungsplätze an der Gartenbauschule Hünibach (GSH) ab 2021 bedeutet dies das Aus für die Schule und Lehrwerkstätte! Mit der Hälfte der Finanzen* ist eine Weiterführung der traditionsreichen Bildungsinstitution nicht möglich.

Betroffen sind 50 Ausbildungsplätze und 50 Mitarbeitende! (30 VZE, nicht nur 14.5 VZE wie im RR-Bericht).

Ein finanzpolitischer Unsinn

  • Die GSH integriert Menschen in die Arbeitswelt. Ein Drittel der Lernenden der GSH haben den Einstieg in die Arbeitswelt nach der obligatorischen Schulzeit nicht geschafft.
    Eine Umlagerung der Kosten von der Bildung in die Sozialhilfe – auf Kosten junger Menschen denen die GSH Perspektiven eröffnet.
  • Die GSH erhöht die Anreize zur beruflichen Integration und macht die Erwerbsarbeit im Vergleich zum Sozialhilfebezug attraktiv.
    Muss die GSH schliessen, bleiben pro Jahr rund 7 Lernende bei der Sozialhilfe oder der IV: Dies kostet den Kanton 140‘000 Fr./Jahr; bis zu deren Pensionierung 6.3 Mio. Fr. In 10 Jahren sind es 70 Lernende und Staatskosten von 63 Mio. Fr.
  • Der Kanton spart Fr. 1.75 Mio.; das sind 0.95 % des Sparpakets.
    Ein kleines Sparpotenzial mit grossem Schaden.

Ein bildungspolitischer, ökologischer und wirtschaftlicher Unsinn

  • Die GSH bildet als einzige Berufsbildungsstätte in biologischem und bio-dynamischem Gärtnern aus.
    Der Kanton Bern kann stolz sein auf die einzige Ausbildungsstätte für biologisches und bio-dynamisches Gärtnern in der Schweiz – ein Pionierbetrieb!
  • Der Absatz von Bio-Pflanzen auf dem Markt steigt kontinuierlich. (Coop verkaufte diese Saison 11 % mehr Bio-Pflanzen als im Jahr zuvor. Der Absatz der konventionellen Pflanzen sank.).
    Der zukünftige Arbeitsmarkt braucht Gärtner mit Fachwissen in biologischem Anbau: Jetzt abschaffen um in 10 Jahren wieder aufzubauen ist ein wirtschaftlicher Unsinn.

Fazit: Unfair und unglaubwürdig

  • Die GSH richtete sich vor 2 Jahren auf Weisung des Mittelschul- und Berufsbildungsamtes neu aus: Sie bildet heute auch Lernende in den auf dem Arbeitsmarkt gefragten gärtnerischen Fachrichtungen aus und arbeitet eng mit der Berufsschule in Thun (IDM) zusammen. Seit einem Jahr leitet eine neue Direktorin die GSH.
    Der Kanton fordert und unterstützt eine Neuorientierung einer traditionsreichen Institution und dreht nachher den Finanzhahn zu.
  • Seit 3 Jahren verzeichnet die GSH 100% Erfolgsquote in den abschliessenden Qualifikationen bei den Gärtnern EFZ. Immer wieder werden Lernende der GSH für herausragende Leistungen geehrt.
    Eine qualitativ hochstehende Bildungseinrichtung soll weggespart werden.

* Finanzen: Der Kanton Bern unterstützt die Gartenbauschule Hünibach mit Fr. 2 Mio./Jahr. Der Aufwand 2016 betrug Fr. 4 Mio.

Davon sind Fr. 2 Mio. von der Gartenbauschule selber erwirtschaftet über den Verkauf der Produkte und Dienstleitungen an Kunden, sowie über Beiträge der Lernenden für Internat und Mensa (Internat und Mensa wirtschaften kostendeckend).

Weitere Infos

Alle Fakten als PDF zum Download.

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Website der GSH

Unterschreiben Sie die Petition zur Rettung der Gartenbauschule Hünibach und erzählen Sie es weiter!